Presse · Gründerstory

Ich wollte ein
guter Papa sein.
Die WhatsApp-Gruppe
hatte andere Pläne.

Patrick hat eine KI-gestützte App für die Familienorganisation gebaut. Nicht, weil er ein Tech-Unternehmer ist. Sondern weil er ständig Dinge übersehen hat - und ihn das still und leise kaputtgemacht hat.

Patrick, Gründer von Donza

Ich möchte ganz ehrlich sein, bevor ich erzähle, was Donza eigentlich ist.

Ich bin nicht der organisierte Elternteil. Ich bin der andere.

Meine Partnerin hat die meiste familiäre Orga im Kopf. Schulveranstaltungen, Anmeldefristen, welches Kind bis Donnerstag ein Faschingskostüm braucht, wer die Einverständniserklärung immer noch nicht unterschrieben hat. Sie hat das im Griff - nicht immer, das schafft niemand -, aber sie ist diejenige, die meistens Bescheid weiß. Ich bin derjenige, der meistens ahnungslos ist.

Nicht, weil es mir egal war. Ich wollte mich wirklich einbringen, wollte der Vater sein, der weiß, was im Leben seiner Kinder passiert. Nicht nur die großen Dinge, sondern die Struktur des ganz normalen Alltags. Maries Freischwimmer. Moritz' Wandertag. Auf welcher Geburtstagsparty wir diesen Samstag eingeladen sind und was wir mitbringen sollen. Das war mir alles wichtig. Ich bin nur einfach nicht hinterhergekommen.

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Die Infos kommen von überall, alle gleichzeitig, und gefühlt in Formaten, die nur darauf ausgelegt sind, verloren zu gehen. Die E-Mail von der Direktion mit der Zahlungsfrist, versteckt im dritten Absatz einer Nachricht, die ich am Handy kurz überflogen und wieder weggedrückt habe. Die Push-Benachrichtigung aus der Klassen-WhatsApp-Gruppe - einer von vielen, in denen ich Mitglied bin -, die ich in einem Meeting gelesen und im selben Moment wieder vergessen habe. Der Infozettel aus der Schule, den Marie oder Moritz mir zwischen Tür und Angel in die Hand gedrückt haben, den ich irgendwo „sicher" abgelegt und seitdem nie wieder gesehen habe. Die Mitteilung in der Eltern-App - davon gibt es mittlerweile auch mehrere, jede mit eigenem Login -, die ich geöffnet, halb gelesen und als „mach ich später" verbucht habe. Und dann gibt es noch das Update zu der Sache, von der ich ohnehin nur die Hälfte wusste, das die ursprüngliche Info storniert oder ändert. Was bedeutet: 80 % von dem, was ich halbwegs im Kopf hatte, ist ohnehin schon wieder hinfällig, bevor ich überhaupt etwas tun konnte.

Zu diesen Schul-Apps und Portalen muss ich kurz was sagen, denn die sind ein völlig eigenes Chaos geworden. Die Plattformen, die Schulen nutzen, um mit Eltern zu kommunizieren - und es werden jedes Jahr mehr -, sind für die Schulen sicher wahnsinnig praktisch. Für uns Eltern sind sie einfach nur ein weiterer Ort, den man checken muss, noch ein Passwort, das man sich merken muss, noch ein Kanal, in dem sich vielleicht genau die eine Info versteckt, die man gerade braucht. Donza verbindet sich nicht auf magische Weise mit all diesen Systemen. Was es tut, ist: Es gibt dir einen Ort, an dem du das Zeug ablegen kannst, egal woher es kommt, damit es nicht zwischen der App und deinem löchrigen Gedächtnis verloren geht.

Ich arbeite im Bereich Regulatory Affairs für Medizinprodukte, die in Krankenhäusern in ganz Europa im Einsatz sind - eine riesige Infrastruktur, wo es wirklich um etwas geht und die Komplexität enorm ist. Mein Job ist es, diese Komplexität in eine Sprache zu übersetzen, die alle ins selbe Boot holt: Ich manage parallel unterschiedliche Rollen, zwei Teams und einen Kalender, der von morgens bis abends komplett durchgetaktet ist. Ich springe nahtlos von einem Projekt zum nächsten. Ich bin gut darin. Ich bin beruflich absolut in der Lage, viele Dinge gleichzeitig im Kopf zu behalten, ohne dass etwas runterfällt. Und trotzdem. Der Schulkram ist mir ständig entglitten. Nicht, weil ich abgelenkt oder gleichgültig war. Sondern weil das Informationsmanagement einer modernen Familie mit Schulkindern ein echtes, handfestes Problem ist - für das es einfach kein Werkzeug gab.

Das Donnerstag-Problem

Lass mich dir ein konkretes Beispiel geben, weil es in der Theorie nie so greifbar ist.

Dieses Schuljahr ist Marie vom Religionsunterricht abgemeldet. Das heißt, sie hat donnerstags erst zur zweiten Stunde Unterricht. Eine Stunde später. Jeden Donnerstag. Das sollte eigentlich idiotensicher sein. Ist es aber nicht. Es gab Donnerstage in diesem Jahr, da haben wir sie zur falschen Zeit geweckt - entweder viel zu früh, sodass sie im Pyjama in der Küche stand, eine Stunde bevor sie überhaupt losmusste. Oder genau umgekehrt, und wir sind plötzlich in totale Panik verfallen. Eine fixe, wöchentliche Planänderung, die wir immer wieder verbockt haben, weil sie nirgends verlässlich abgebildet war - weder in unseren Köpfen noch in irgendeinem System, das diese Info mit allem anderen abgleicht, was wir gerade auf dem Schirm haben müssen.

Und da reden wir noch nicht einmal von den Stundenausfällen. Jede Woche, ganz verlässlich, fällt mindestens eine Stunde aus, weil eine Lehrkraft krank ist. Dann kommt eine Benachrichtigung - manchmal mit ein paar Stunden Vorlauf, oft noch knapper -, dass dein Kind eine Stunde früher heimgehen darf. Klingt nach einer guten Nachricht, bis dir klar wird, dass ein Kind die Schule nicht einfach so verlassen darf, es sei denn, ein Elternteil bestätigt das aktiv innerhalb eines bestimmten Zeitfensters. Verpasst du dieses Fenster, sitzt dein Kind eine Stunde völlig sinnlos in der Schule herum. Das Kind weiß das. Die Lehrperson weiß das. Und irgendwo hat ein Elternteil eine ungelesene Notification am Handy.

Was einen dabei wirklich in den Wahnsinn treibt: Beide Eltern bekommen diese Bestätigungsanfrage unabhängig voneinander - selbst wenn einer von beiden längst zugesagt hat. Der andere bekommt trotzdem dieselbe Nachricht, wühlt sich durch dieselbe App, nur um herauszufinden: Ah, ist schon erledigt, ich muss nichts mehr tun. Das System behandelt zwei Elternteile wie zwei völlig isolierte Individuen und nicht wie einen gemeinsamen Haushalt. Das produziert die doppelte Panik für genau denselben Anlass.

„Wir bekommen beide dieselben Schul-Mails - oder eben auch nicht, weil das komischerweise oft nur in der Hälfte der Fälle funktioniert und man nie weiß, wer jetzt eigentlich was bekommen und gelesen hat."

Was das Ganze noch schlimmer machte, war, meiner Partnerin dabei zuzusehen, wie sie sich durch denselben Haufen arbeiten musste. Wir sind beide in denselben WhatsApp-Gruppen. Wir beide verarbeiten mental dieselben Informationen, völlig unabhängig voneinander, extrem ineffizient, und trotzdem übersehen wir kollektiv Dinge. Das hatte schon fast etwas Absurdes: Zwei erwachsene, eigentlich kompetente Menschen verschwenden echte kognitive Energie für exakt dieselbe redundante Aufgabe, ohne dass am Ende ein gutes Ergebnis dabei herauskommt. Es fühlte sich an wie ein Systemfehler, nicht wie ein Charakterfehler.

Und es ging ja nicht nur um Events und Logistik. Es ging um Schularbeiten. Eltern von Unterstufenkindern kennen dieses ganz spezielle Grauen: Man plant einen Wochenendausflug - oder auch nur etwas Schönes für den Samstagabend - und findet am Freitagnachmittag heraus, dass am Montagmorgen eine Schularbeit ansteht, für die das Kind noch nicht mal angefangen hat zu lernen. Einen verlässlichen Überblick darüber zu bekommen, was schulisch in nächster Zeit ansteht, ist nochmal ein ganz eigenes Chaos: zwei Kinder, unzählige Lehrkräfte, von denen manche sogar beide Kinder unterrichten. Wenn dann eine Nachricht von einer Lehrkraft kommt, weiß man auf den ersten Blick oft gar nicht, um welches Kind es eigentlich geht oder ob beide betroffen sind. Ein Wochenende in den Bergen klingt herrlich - bis du dich am Dienstag daran erinnerst, was der nächste Montag bringt.

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Der Mittwochabend

Der absolute Tiefpunkt war für mich nicht dieser eine große, dramatische Moment. Es war ein ganz normaler Mittwochabend. Stell dir das vor: Wir sind beide zu Hause, die Kinder schlafen endlich, im Haus ist es ruhig. Wir hätten eigentlich durchatmen können. Stattdessen starrten wir beide auf unsere Handys, scrollten uns durch getrennte WhatsApp-Verläufe und E-Mail-Postfächer und versuchten, irgendwie den Rest der Woche zu rekonstruieren. Keiner von uns wusste mehr mit absoluter Sicherheit, welcher Wochentag eigentlich war. Wir waren beide zu ausgelaugt, um noch irgendetwas intensiv zu spüren - nur diese flache, ganz spezifische Erschöpfung von Menschen, die zu lange zu viel managen mussten.

Und mit der Erschöpfung kamen die Streitereien. Nicht die großen, wichtigen Diskussionen, die Paare ab und zu führen sollten - über Werte, über die Zukunft. Sondern die kleinen, dummen, zermürbenden Streits. Wer vergessen hat, die Einladung abzusagen. Wer die E-Mail hätte sehen sollen. Wessen Schuld es war, dass Moritz ohne das Ding in die Schule gegangen ist, das er eigentlich gebraucht hätte. Streitereien, die isoliert betrachtet völlig belanglos waren. Die sich aber zu etwas summierten - einer langsamen, konstanten Reibung, die mich in den schwersten Momenten fragen ließ, ob diese Familie das auf Dauer aushält. Ob das Gewicht von alldem irgendwann zu groß werden würde und ich mich auf der anderen Seite einer Trennung wiederfinden würde. Co-Parenting auf Distanz. Den ganzen Admin-Kram für zwei Haushalte machen statt für einen.

Ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Etwa die Hälfte aller Familien in Österreich und Deutschland trennt sich irgendwann. Und ich vermute schwer, dass bei vielen von ihnen der Auslöser nicht dieses eine riesige Problem war. Es waren tausend kleine Mittwochabende, genau wie unserer.

Deshalb ist Donza auch nicht nur für Familien gedacht, die genau so aussehen wie meine heute. Es ist für sie alle. Für die beiden Eltern, die sich einen Haushalt teilen, ja - aber genauso für den Vater, der die Schul-Mails nur in den ungeraden Wochen bekommt und sich mühsam zusammensuchen muss, was er verpasst hat. Für die alleinerziehende Mutter, die das alles komplett allein stemmt und Abholzeiten, Unterschriften und Geburtstagsgeschenke über ein Netzwerk von Helfern koordiniert, ganz ohne Co-Piloten. Für die Patchwork-Familie, in der Kinder aus verschiedenen Beziehungen einen gemeinsamen Schulkalender haben und absolut niemand mehr den Gesamtüberblick hat. Und für den Elternteil, der, wie ich, noch nicht genau weiß, in welcher dieser Situationen er am Ende landen wird.

Donza ist für die Realität des Familienlebens gebaut - nicht für die Bilderbuch-Version aus dem Werbeprospekt.

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Ich habe etwas gebaut

Eines der Dinge, die diese App ganz leise im Hintergrund erledigt - abseits all der Features und der KI -, ist, einige dieser Streitereien einfach aus der Gleichung zu nehmen. Nicht die wichtigen. Nur jene, bei denen es eigentlich nie um etwas anderes ging, als dass zwei völlig erschöpfte Menschen versuchen, zu viele Informationen über zu viele Kanäle zu managen, ohne ein System, das ihnen dabei hilft. Diese Streits müssen nicht passieren. Genau diese Art von Belastung ist lösbar.

Ich hatte zwei Optionen. Mich weiterhin schlecht fühlen oder etwas bauen. Ich habe etwas gebaut.

Die Idee war simpel: Nimm irgendeine Information - eine weitergeleitete E-Mail, einen abfotografierten Elternbrief, eine reinkopierte WhatsApp-Nachricht, eine Notification aus SchoolFox oder WebUntis - und lass eine KI das tun, was KI wirklich gut kann. Das Chaos lesen. Das Wichtige herausfiltern. Dir sagen, was als Nächstes zu tun ist. Termine, Schularbeiten, Zusagen, Zahlungen, Dinge, die besorgt werden müssen, Formulare, die eine Unterschrift brauchen - alles wird automatisch extrahiert und dem richtigen Kind zugeordnet, ohne dass auch nur ein Elternteil den ganzen Haufen manuell sortieren muss. Einer erfasst es, beide haben den Nutzen. Diese redundante Verarbeitung verschwindet einfach.

Wir haben es Donza genannt - ein Name, der hält, was er verspricht. „Done", also erledigt, und Zack, weil es genau so schnell und unkompliziert gehen soll. Das ist das Versprechen: Der anstrengende Teil ist erledigt. Zack.

Unsere Mittwochabende haben sich verändert. Das war der Beweis.

Wir haben die App mit ein paar Freunden geteilt. Die Reaktion war sofort da und, ehrlich gesagt, auch ein bisschen emotional. Die Eltern, die es ausprobiert haben, waren nicht begeistert von der Technologie. Sie waren schlichtweg erleichtert. Eine von ihnen - eine Mutter von drei Kindern - sagte: „Mir war gar nicht klar, wie viel Zeit meiner Woche ich nur damit verbracht habe, herauszufinden, was eigentlich gerade los ist." Genau das ist es.

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Für die Mütter, die alles zusammenhalten

Ich möchte hier noch etwas ganz klar sagen, weil ich glaube, dass es wichtig ist und man oft zu leicht darum herumredet: Mütter machen die meiste Arbeit. Nicht in jeder Familie, aber in den allermeisten. Diese unsichtbare Arbeit - Schultermine im Blick behalten, Zu- und Absagen managen, wissen, welches Kind bis wann was braucht, die Eltern-Apps auf kurzfristige Änderungen checken - das landet überproportional bei den Müttern, und das schon sehr lange. Das ist keine kleine oder abstrakte Ungerechtigkeit. Sie passiert täglich, sie summiert sich, und sie kostet Frauen echte Zeit, echte mentale Energie und echte berufliche Kapazitäten, die Väter im Durchschnitt einfach nicht aufwenden müssen.

Ich weiß das, weil ich es in meinem eigenen Zuhause beobachtet habe. Meine Partnerin hat Arbeit gemacht, die ich nicht gemacht habe. Nicht, weil sie es wollte, nicht, weil ich sie darum gebeten habe, sondern weil jemand diese Last tragen musste und es, fast unmerklich, zu ihrer Aufgabe geworden war.

Und hier ist der Punkt, der oft untergeht, wenn über dieses Ungleichgewicht gesprochen wird: Ich glaube nicht, dass die meisten Väter undankbar sind. Ich glaube, die meisten von uns empfinden eher eine Art stille, schuldbewusste Dankbarkeit, von der wir überhaupt nicht wissen, wie wir sie ausdrücken sollen. Wir sehen die Anstrengung. Wir wissen, dass es nicht fair ist. Und trotzdem fehlt uns die Stimme, das Werkzeug, der richtige Moment, um das laut auszusprechen. Also sagen wir nichts. Und dieses Schweigen sieht mit der Zeit verdammt nach Selbstverständlichkeit aus.

Dieses Schweigen bedeutet nicht, dass wir das einfach so hinnehmen. Aber ich verstehe vollkommen, warum es sich für die Person, die die Arbeit am Ende macht, so anfühlt. Donza ist zum Teil genau das, was ich nicht laut aussprechen konnte - nur eben in etwas Nützliches verwandelt.

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Noch eine letzte ehrliche Sache

Bei einer Sache möchte ich noch ehrlich sein, weil diese Geschichte das verdient: Ich weiß nicht, ob es für uns noch rechtzeitig kam. Wir sind auf dieser Reise schon sehr weit gegangen. Die Streits sind passiert. Das Gewicht war jahrelang ungleich verteilt. Solche Wunden heilen nicht einfach, nur weil plötzlich eine App auftaucht. Ich weiß nicht, wie die Zukunft für unsere Familie aussieht, und ich werde auch nicht so tun, als ob.

Was ich aber weiß, ist Folgendes: Es gibt Familien da draußen, die stehen noch weiter am Anfang. Jüngere Kinder. Ein frischerer Start. Dieselbe schleichende Erschöpfung, aber noch nicht an dem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Für diese Familien - für die Eltern, die noch mittendrin stecken, die noch die Möglichkeit haben, die Art und Weise zu ändern, wie sie die Last teilen - kommt Donza vielleicht wirklich noch rechtzeitig.

Deshalb teile ich das alles. Nicht als strahlende Erfolgsgeschichte. Sondern als ehrlichen Versuch, den Leuten etwas in die Hand zu geben, die noch die Zeit haben, es zu nutzen.

Patrick
PatrickGründer, Donza - Papa von Marie (11) und Moritz (12). Gelegentlich bei Verstand.

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